Allgemeine Informationen zur Kläranlage Gänserndorf

Die Kläranlage der Stadtgemeinde Gänserndorf weist eine Ausbaugröße von 14.000 EW auf, der zukünftige Ausbau auf 18.000 EW ist bereits in Teilen berücksichtigt. Der Einwohnerwert (EW) bezieht sich auf die zu reinigende Schmutzfracht, in der auch Gewerbe und Industrie enthalten sind.
Im Trockenwetterfall werden bis zu 4000 m³ Abwasser pro Tag gereinigt, im Regenwetterfall gelangen bis zu 170 l/s zur Kläranlage. Die gereinigten Abwässer werden zum Sulzgraben geleitet, der kurz darauf in den Weidenbach mündet.

Wozu Abwasserreinigung?
Ohne Reinigung durch eine Kläranlage würden die eingeleiteten Abwässer zu einem Absterben der im Gewässer lebenden Organismen führen, Fischsterben und Fäulnisprozesse wären die Folge. Dadurch würde auch das Grundwasser verschmutzt und letztendlich die Trinkwasserversorgung gefährdet. Die Abwasserableitung in dichten Kanälen sowie deren Reinigung in einer Kläranlage ist daher von enormer Bedeutung für die Gesundheit von Mensch und Umwelt.

Abwasserbehandlung in Gänserndorf Stadt

Reinigungsablauf in der Kläranlage Gänserndorf:
• Mechanische Vorreinigung
Grobstoffe im Abwasser werden durch einen Rechen entfernt und in eine Presse abgeworfen, in der die Entwässerung des Rechengutes erfolgt. Sand und andere Feinteile werden im Sandfang abgesetzt und mittels Pumpe zum Sandklassierer gefördert, wo das Gemisch entwässert wird.

• Zulaufpumpwerk und Verteilbauwerk
Das Zulaufpumpwerk mit drei niveaugesteuerten Tauchmotorpumpen dient zum Heben des Abwassers in das Verteilbauwerk, wo es mit dem Rücklaufschlamm aus den Nachklärbecken vermischt und auf die vier Belebungsbecken aufgeteilt wird.

• Belebungsbecken
Die Kläranlage Gänserndorf besitzt 4 Belebungsbecken. Die biologische Reinigung der Abwässer erfolgt durch Mikroorganismen, die bei günstigen Lebensbedingungen die Abwasserinhaltsstoffe als Nahrungsquelle nutzen (Belebtschlammverfahren). Dazu werden ausreichend große Belebungsbecken und ausreichende Versorgung mit Sauerstoff (durch Belüftung) benötigt.
Unter aeroben Bedingungen (gelöster Sauerstoff ist vorhanden) werden die Schmutzstoffe des Abwassers zu Biomasse umgebaut und die organischen Stickstoff- und Ammoniumverbindungen zu Nitrat oxidiert (Nitrifikation). Durch gezielte Abschaltung der Belüftung werden im Belebungsbecken anoxische Verhältnisse (Sauerstoff nur in gebundener Form vorhanden) geschaffen, wodurch die Schlammorganismen gezwungen werden, den Nitrat-Sauerstoff zu veratmen (Denitrifikation). Der verbleibende elementare Stickstoff gast in die Atmosphäre aus.
Die Phosphorentfernung erfolgt auf chemischem Wege. Durch Zugabe von flüssigem Eisen-III-Chlorid werden die Phosphorverbindungen in unlösliches Eisenphosphat übergeführt und in den Belebtschlamm eingelagert.

• Nachklärbecken
Die Kläranlage Gänserndorf besitzt vier Nachklärbecken (je eines pro Belebungsbecken), in denen durch Sedimentation die Trennung des Schlammes vom gereinigten Abwasser geschieht. Der abgesetzte Schlamm wird zum Teil als Rücklaufschlamm in das Verteilbauwerk zurückgeführt und zum Teil als Überschussschlamm (Biomassezuwachs) in den Schlammsilo gepumpt. Das gereinigte Abwasser wird über eine Zahnschwelle abgezogen und zu einem Kontrollschacht (Mengenmessung, Probenentnahme) geführt, bevor es in den Sulzgraben eingeleitet wird.

• Schlammsilo, Schlammpresse und Schlammlagerplatz
Im Schlammsilo erfolgt die Eindickung (Erhöhung Feststoffgehalt) des Überschussschlammes von etwa 1% auf ca. 3,5%. Der so eingedickte Überschussschlamm wird danach mit einer Kammerfilterpresse entwässert, wodurch der Feststoffgehalt auf etwa 35 bis 40% ansteigt. Das Schlammvolumen wird damit auf rund 1/10 des Wertes vor dem Pressen reduziert. Der gepresste Schlamm wird auf dem Schlammlagerplatz zwischengelagert und danach deponiert bzw. kompostiert.

• Steuerung und Reinigungsüberprüfung
Die gesamte Kläranlage wird von der Schaltwarte aus gesteuert, im Labor wird die von der Wasserrechtsbehörde vorgegebene Reinigungsleistung überprüft und protokolliert. Die Kläranlage erreicht eine schmutzfrachtbezogene Reinigungsleistung von 99 % (BSB5) und übertrifft damit deutlich den amtlich vorgeschriebenen Wert von 95 %.

Weitere Abwasseranlagen im Stadtgebiet von Gänserndorf:

• Kanalnetz:
Die Kanalisation besteht hauptsächlich aus Mischwassersträngen, in denen die Abwässer aus Haushalten, Gewerbe und Industrie gemeinsam mit den Regenwässern weitergeleitet werden. Wie der Name angibt, dürfen in die Schmutzwasserkanalisation nur Schmutzwässer, in die Regenwasserkanalisation nur Regenwässer eingeleitet werden.
Länge Mischwasserkanalisation: 34 km
Länge Schmutzwasserkanalisation: 6 km
Länge Regenwasserkanalisation: 5 km
Gesamtlänge Kanalnetz: 45 km

• Drei Mischwasserüberlaufbecken:
Um die Zulaufmenge zur Kläranlage bei Regen zu begrenzen sowie aus Gründen des Gewässerschutzes sind im Stadtgebiet drei Mischwasserüberlaufbecken vorhanden:
Becken Nord an der Umfahrungsstraße: (V = 620 m³).
Becken ARA auf dem Gelände der Kläranlage: (V = 270 m³).
Becken Süd an der Weikendorferstraße: (V = 570 m³).

• Sieben Abwasserhebewerke:
Mischwasserhebewerk Friedhofgasse (Förderleistung 65 l/s).
Mischwasserhebewerk Strassergasse (Förderleistung 80 l/s).
Mischwasserhebewerk Siebenbrunnerstraße (Förderleistung 130 l/s).
Schmutzwasserhebewerk Sulzgrabenstraße (Förderleistung 15 l/s).
Schmutzwasserhebewerk Industriestraße (Förderleistung 10 l/s).
Schmutzwasserhebewerk Novofermstraße (Förderleistung 10 l/s).
Regenwasserhebewerk Novofermstraße (Förderleistung 150 l/s).

Abwasserbehandlung in Gänserndorf Süd

• Kläranlage:
Die Abwässer von Gänserndorf Süd werden zur Kläranlage des Gemeindeabwasserverbandes Marchfeld mit Standort in Markgrafneusiedl weitergeleitet und dort gereinigt.

• Kanalnetz:
Das Kanalnetz von Gänserndorf Süd besteht aus einer Schmutzwasserkanalisation mit einer Gesamtlänge von rd. 40 km, es gibt keine Mischwasserstränge und nur einige kurze Regenwasserstränge.
Die Regenwässer der Straßen werden hauptsächlich über Sickermulden versickert, in einigen Straßen sind technische Versickerungseinrichtungen vorhanden. Die Entwässerung der Grundstücke vom Regenwasser erfolgt durch Versickerung auf Eigengrund.

• Vier Schmutzwasserhebewerke:
Hebewerk (1) Hochwaldstraße / Siehdichfürweg (Förderleistung 33 l/s).
Hebewerk (2) Oed-Aigen-Straße / Föhrenweg (Förderleistung 37 l/s)
Hebewerk (3) Oed-Aigen-Straße / Innere Jochenstraße (Förderleistung 46 l/s)
Hebewerk (4) Siehdichfürstraße / Äußere Jochenstraße (Förderleistung 50 l/s)


Peter Maresch

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Klärwärter

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peter.maresch@gaenserndorf.at

Werner Hobza

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Thomas Wippel

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Ing. Florian Kruzik

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Adresse:
Umfahrungsstraße Nord
2230 Gänserndorf