Das Stadtbad Gänserndorf hat nach 36 Betriebsjahren das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht und schließt am 13. Februar seine Pforten. Seine in die Jahre gekommenen Einrichtungen, sinkende Zutrittszahlen und hohe jährliche Zuschüsse, bis dato von der Stadt Gänserndorf alleine zu tragen, haben diesen Schritt unumgänglich gemacht.

In der Kleinregion ist das Sommerbaden mit dem Parkbad Schönkirchen-Reyersdorf, dem Waldbad Matzen und den Schotterteichen vergleichsweise gut bedient. Für ganzjähriges Baden und Schwimmen steht den 100.000 Bezirksbewohnern mit Einstellung des Stadtbades und der bereits 2015 erfolgten Schließung von Zistersdorf nun nur mehr das kleine Schulhallenbad Matzen zur Verfügung. Diese Unterversorgung trifft ebenso die Vereinstätigkeiten, vom Babyschwimmen bis zum Leistungssport, und das Schulschwimmen. Den mehr als 60 Schulen mit rund 10.000 Schülern fehlt die Infrastruktur zur Umsetzung des in den Lehrplänen vorgesehenen Schwimmunterrichts. Die Gemeinden als Pflichtschul­erhalter sind hier ebenso gefordert wie der Bund für seine schülerstarken weiterführenden Schulen.

Seit August des Vorjahres beschäftigt sich ein Projektteam aus Vertretern der Stadtgemeinde, Region und Schulen unter Beiziehung von Fachexperten mit den Möglichkeiten einer Fortführung des Badebetriebs. Heute präsentiert das Team das Vorprojekt zum neuen Regionalbad Gänserndorf. Unter den engen Vorgaben einer Investitionsobergrenze von rd. Euro 6,5 Mio. und einer mit rd. Euro 300.000 angepeilten Abgangsdeckung durch die Stadt wurde ein “Funktionsbad mit Publikumsbetrieb“ für die Region entwickelt. Neben Abgangsreduktion und starker regionaler Verankerung zielt das Projekt insbesondere ab auf Sicherung von Schulschwimmen, Infrastruktur für Vereinssport und Erhalt von Publikumsschwimmen.

Projektkonzept und Kostenobergrenze führten zur Auswahl des bestehenden Standorts Hallenbad als best geeigneter unter den insgesamt 5 Standortvorschlägen. Die Nutzung von Fundierung, Stahlbetonstruktur und Anschlüssen in Kombination mit Neuausbau und Erweiterungen schaffen eine vergleichsweise kostengünstige Baukubatur. Herzstück der Anlage ist das neue voll FINA-wettkampftaugliche Schwimmbecken mit 25×16.7m, 6 Bahnen und verschiedenen an körperlicher Aktivität orientierten Wasserattraktionen. Zu dieser “Sport & Aktiv“ Positionierung über alle Altersgruppen zählen Aqua-Cross, Bouldern und eine Sprunganlage ebenso wie Wassersportarten oder ein Tauch-Riff. Um das Hauptbecken gruppieren sich die weiteren Angebotselemente Lehrschwimmbecken, Eltern-Kind-Bereich, ein kleiner Gastro SB-Corner, ein gestalteter Freibereich und die Liege- und Aufenthaltszonen mit direktem Blick auf das Geschehen im Hauptbecken. Eine separate Sauna und ein ganzjährig nutzbares Außenbecken sind als Erweiterungsoptionen für spätere Ausbauphasen vorgesehen.

Als Maßnahme der innerstädtischen Entwicklung ist zudem die Gestaltung eines gemeinsamen Vorplatzes mit dem Konrad Lorenz-Gymnasium geplant, der Verteilerfunktion für die beiden öffentlichen Bauwerke übernimmt und den hier so dringend benötigten Bewegungs- und Parkraum schafft. Die geplanten neuen Erschließungsachsen sollen die Freizeitanlage sicht- und einsehbar machen. Die Notwendigkeit einer Regionalisierung mündete bereits in Zusagen jährlicher Zuzahlungen von den 23 Marchfeldgemeinden – sie machen Vorhaben und Region zu einem richtungsweisenden Beispiel. Von den nördlichen Gemeinden wird ähnliches Verständnis und Unterstützung erhofft.

Der Projektfahrplan sieht als nächstes die Umsetzungsentscheidung zum Projekt im Gemeinderat vor, die in der gestrigen Sitzung erfolgt ist. Damit können nun die projektnotwendigen Fördermittelsondierungen auf den verschiedenen Ebenen in Angriff genommen werden ebenso wie die detaillierten Ausarbeitungs- und Planungsmaßnahmen. Die Eröffnung der Anlage ist, so Projektentwicklung, Finanzierung und bauliche Errichtung zügig bewältigt werden können, für das Jahr 2019 geplant.

Hier kommen Sie zum Video der Pressekonferenz Regionalbad Gänserndorf