Philosophischer Spaziergang: Was ist Verantwortung?

Philosophischer Spaziergang am So, 1. August um 18:30 Uhr: Was ist Verantwortung?

Liebe SeefahrerInnen des Geistes,

der Sommer könnte sich in etwa so anfühlen:

Summertime,
Child, your living’s easy.
Fish are, fish are jumping out
And the cotton, Lord,
Cotton’s high, Lord so high.

Ich behaupte jetzt einmal, dass nicht nur die Fische zu einem freudvollen Leben fähig sind und uns gerade der Sommer anfällig macht, um davon zu träumen singend aufzuwachen und die Flügel zu spreizen, so wie Janis Joplin das in der dritte Strophe von “Summertime” ins Mikrophon haucht (nachzuhören ist der Song vom September 1968 hier).

Warum im Sommer und warum nur die Kinder?

Im Sommer wird uns die Bürde der Verantwortung zeitweise abgenommen. Die Etymologie des Wortes “Urlaub” weist darauf hin: die Erlaubnis sich vom Dienst zu entfernen. Und den Kindern wird prinzipiell nicht so viel aufgebürdet – sie gehen fast nie gebückt durch das Leben – und von ihnen wird selten erwartet, dass sie auf Knopfdruck funktionieren.

Kinder sind biegsam, sie fügen sich, wie ein flexibles Puzzleteil, in jeden Rahmen ein. Die Existentialisten sagen; wir werden in die Welt geworfen und müssen uns in ihr zurecht finden. Kindern fällt das leichter, weil sie noch so viele Möglichkeiten und Illusionen haben, die uns Erwachsenen vielleicht schon abhanden gekommen sind. Ihr Verlust führt oft zu Rücken- oder Kopfschmerzen, wenn Druck- und Stresssituationen, die mit der Bürde der Verantwortung in unser Leben treten, zunehmen und gleichzeitig die Aussicht auf Erleichterung getrübt, oder gar verschwunden zu sein scheint.

Ist der leichte Sommer im schweren Winter möglich?

Das Hippietum ist keine philosophisch fundierte Antwort und auch nicht der postmortale Übertritt in den Club 27 (bekannten Musiker, wie Janis Joplin, die im Alter von 27 Jahren starben). Zu lernen, wie man in selbst angelegten Fesseln, in Ketten tanzt, wie das der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche andeutet (Menschliches Allzumenschliches II: § 140), wäre eine philosophisch inspirierte Antwort. Wir Erwachsenen entkommen der Fatalität des Lebens nicht, die uns durch die Zeit und den Ort des Lebens gegeben ist, die wir aber auch durch unsere (Mikro-)Entscheidungen allmählich formen.

Die Frage ist also, worauf wir antworten; auf welche dieser unendlichen Rufe, die durch unsere Welt schallen, werden wir antworten und Verantwortung übernehmen? Als thematischen Proviant für unseren Philosophischen Spaziergang am So, 1. August um 18:30 Uhr (Treffpunkt Tannengasse 1 in 2230 Gänserndorf vor Top 7), schlage ich daher folgendes vor: Was ist Verantwortung?

Die TeilnehmerInnen haben wie immer vor Ort die Möglichkeit sich auf eine andere Fragestellung zu einigen. Eine Anmeldung aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl (max. 5) ist ratsam. Wem das Ergebnis unseres Nachdenkens im Juli über die Frage, was ist Mut zum Denken, näher interessiert, dem sende ich auf Nachfrage das Protokoll gerne per Mail zu.

Am Ende unseres Spaziergangs jedenfalls gibt es die Möglichkeit eines geselligen Beisammenseins in entspannter sommerlicher Atmosphäre, begleitet von Snacks, kühlen Getränken und lockerem Plauderton.

Sommerliche Grüße

Reinhard Krenn


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